Steuerreform – ein großer Wurf? 

Nun sind sie also da – die Eckpunkte der für die restliche Legislaturperiode geplanten Steuerreform (Details siehe Seite 4 dieser Ausgabe). Selten haben wir so unterschiedliche Beurteilungen einer Reform in den verschiedenen Lagern erlebt. Auf politischer Ebene verteidigen die Regierungsparteien die Reform als „die größte aller Zeiten“, während die Oppositionsparteien daran kein gutes Haar lassen. Hier wird eindeutig politisches Kleingeld gewechselt.
Wir Steuerberater sind gewohnt, uns an Fakten zu halten. Es ist daher erfreulich, dass wir uns mit den Wirtschafts- und Steuerexperten in einem Boot finden. Die in den kommenden Jahren bis 2022 umzusetzende Steuerreform bringt laut Staatssekretär DDr. Hubert Fuchs – übrigens ein ehemaliger ECA Partner – eine Bruttoentlastung von über EUR 18 Mrd. Zieht man von dieser Bruttoentlastung die Mehrbelastung der sog. „Kalten Progression“ im selben Zeitraum in Höhe von EUR 7,6 Mrd. ab, bleibt immer noch eine Nettoentlastung von über EUR 10 Mrd. übrig. Die Steuerreformen der letzten 15 Jahre brachten Nettoentlastungen zwischen EUR 2,5 Mrd. und EUR 5 Mrd.
In der ORF-Sendung „Im Zentrum“ am 5. Mai 2019 erläuterte Staatssekretär DDr. Fuchs die Steuerreform äußerst souverän und fand Zustimmung sowohl bei Univ. Prof. Dr. Haber als Präsident des Fiskalrates als auch bei der Budgetexpertin des Wirtschaftsforschungsinstituts, Margit Schratzenstaller.
Unterschiedliche Meinungen über Form und Inhalt gibt es allerdings bei der „Kalten Progression“. Deren Abschaffung wird für das Jahr 2023 angekündigt.
Besonders gespannt dürfen wir jedoch auf die angekündigte „Strukturreform“ der Steuer- und Abgabengesetze sein, die von überbordenden Bestimmungen entrümpelt werden sollen. Wir bleiben für Sie am Ball!

Mag. Jochen Pfanner und Dr. Peter Farmer